Stiftung KulturLandschaft Günztal – Wilde Weiden Günztal
Wilde Weiden Günztal – Leuchtturmprojekt für Biodiversität und Klimaschutz
Förderzeitraum: Februar 2025 – Dezember 2034
Die Stiftung KulturLandschaft Günztal (SKLG) verfolgt das Ziel, die heimische Biodiversität durch einen durchgängigen Biotopverbund von den Quellen bis zur Mündung im Wassereinzugsgebiet der Günz zu erhalten und zu stärken. Auen- und Moorstandorte sind dabei besonders klimarelevant, da sie große Mengen Kohlenstoff im Boden speichern. Gleichzeitig stellt die landwirtschaftliche Nutzung entwässerter Moorflächen eine ökologische Herausforderung dar.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels mit zunehmenden Trockenperioden gewinnt die Fähigkeit von Landschaften zur Wasserspeicherung weiter an Bedeutung. Gehölze und strukturreiche Flächen tragen zusätzlich durch Beschattung und Verdunstung zur Kühlung des lokalen Mikroklimas bei.
Gemeinsam mit der SKLG und einem weiteren Partner setzt die Anton & Petra Ehrmann-Stiftung das Leuchtturmprojekt „Wilde Weiden Günztal“ um. Ziel ist es, großflächige, naturnahe Weidelandschaften als zentrale Bausteine eines funktionierenden Biotopverbunds zu entwickeln und zugleich neue Wege im Biodiversitäts- und Klimaschutz zu erproben. Dabei kommen Ansätze des „Rewilding“ sowie der extensiven, naturschutzorientierten Beweidung auf Flächen mittlerer Größe (ca. 10–30 Hektar und darüber hinaus) zum Einsatz.
Das Projekt ist seit 2025 in die Umsetzungsphase gestartet. Ein wesentlicher Meilenstein war der Erwerb erster Projektflächen am Standort Kettershausen/Bebenhausen („Schaufenster Weidepark Bebenhausen“), die künftig als zentraler Demonstrationsstandort dienen.
Darüber hinaus wurden weitere Flächen entwickelt und gesichert, unter anderem in Markt Rettenbach sowie mit dem Ankauf einer ökologisch wertvollen Kiesgrube bei Obergünzburg, die zukünftig durch schonende Beweidung ökologisch aufgewertet werden soll.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung strukturreicher Weidelandschaften durch extensive Beweidung mit verschiedenen Tierarten wie Rindern, Pferden und perspektivisch auch Wasserbüffeln. Durch diese sogenannte Multispeziesbeweidung entstehen vielfältige Lebensräume mit Offenbodenstellen, Gehölzinseln, Totholz und Feuchtbereichen – Voraussetzungen für eine hohe Artenvielfalt.
Ein zentrales Element des Projekts ist das wissenschaftliche Monitoring: Sowohl die Entwicklung der Biodiversität (u. a. Vögel, Insekten) als auch die Veränderung des Bodenkohlenstoffs werden systematisch erfasst und langfristig ausgewertet. Hierzu wurden Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Universität Osnabrück aufgebaut.
Parallel wird das Projekt als Plattform für Wissenstransfer und Umweltbildung weiterentwickelt. Perspektivisch sollen die Flächen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als Modellstandorte für eine nachhaltige, klimaresiliente Landnutzung erlebbar werden.
Die Anton & Petra Ehrmann-Stiftung unterstützt das Projekt über einen Zeitraum von zehn Jahren seit 2025 durch eine vollständig gegenleistungsfreie Förderung. Ziel ist es, langfristig beispielhafte Weidelandschaften zu schaffen, die sowohl ökologisch wirksam als auch übertragbar auf andere Regionen sind.
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